Willkommen im Wendearchiv

Das Wendearchiv behandelt die kriminellen Machenschaften während und sogar nach der Wende durch die westdeutsche Bourgeoisie. Es geht darum das meist einseitig positive Bild der sogenannten "Wiedervereinigung" (eigentlich Annexion) in Frage zu stellen. Vor allem hilft es dabe immer im Hinterkopf zu behalten, dass die "friedliche Revolution" erst einmal nur den Vorgang beschreibt, unter dem sich die Bevölkerung der DDR von vielen Repressalien befreit hat und man durchaus bereits im Prozess war (z.B. durch den Runden Tisch) die DDR zu reformieren und zu verbessern. Demgegenüber steht allerdings die von Westseite aus innitiierte und dann durch die Ostdeutschen positiv aufgenommene "Wiedervereinigung". Damit gingen nicht nur zwei systematisch grundverschiedene Länder in eine Einheit über, sondern auch der politische und wirtschaftliche Reformierungsprozess lag nicht mehr in der Hand der Ostdeutschen, sondern war schnell in Gewalt der Bundesregierung unter Helmut Kohl bzw. ihres fiesesten Vertreters, der Treuhandanstalt, gekommen. Hier wird kontinuerlich Material gesammelt und kommentiert, was zeigt, wie man systematisch die ostdeutsche Volkswirtschaft in Grund und Boden stampfte (absichtlich!) und wie der Westen uns genau das Problem mit Rechtsextremisten beschert hat, worüber dieser sich heute bei uns echauffiert.

Der Rechtsextremismus

Auch wenn ich persönlich Jan Böhmermann nicht wirklich positiv gegenüberstehe, so muss man ihm zumindest für dieses Video dankbar sein. Hier zeigt der ZDF-Satiriker mit qualitativer Recherche auf, wie unser heutiger Rechtsextremismus (hier insbesondere in Sachsen) im Osten sich einerseits durch westdeutsche Wortführer verbreiten konnte und wie die (ebenfalls fast ausschließlich aus dem Westen stammende) neue Staatsgewalt komplett blind vor dieser Bedrohung war.

Der Ausverkauf der DDR

Das ist eine der besten Dokus, die es zum wirtschaftlichen Ausverkauf der DDR gibt. Hier durfte sogar einer der Hauptverantwortlichen, Theo Waigel (CSU-Politiker, damals Finanzminister) selber zu Wort kommen. Ganz ohne Vorkenntnis reichen die Tatsachen aus der Doku aus um sehen zu können, dass alle seine Behauptungen aus der Luft gegriffen sind.

Schicksalsschläge einer ganzen Arbeitsbevölkerung

Vielleicht das einzige Stück Literatur, das eine gesunde Mischung aus inhaltlicher Richtigkeit, guter Recherche und berührenden Geschichten vorzeigen kann. Das Buch ist nur sehr sporadisch erhältlich aber ein MUSS für jeden, der sehen will, wie trotz aller Kämpfe der Ostdeutschen die Betriebe eiskalt liquidiert und geschlossen wurden.

Die Wende politisch und wirtschaftlich

Diesmal politisches Kabarett, das ich zudem auch allgemein sehr stark empfehlen kann. In der 47. Folge von "Die Anstalt" wird mit ostdeutschen Gästen die Wende sowohl politisch als auch wirtschaftlich beleuchtet. Interessant ist zudem eine erwähnte Spiegel-Umfrage, die uns nahelegt, dass die Mehrheit der Ostdeutschen tatsächlich "nur" die DDR reformieren wollten und an eine deutsche Einheit noch nicht zu denken war.

Wer im Osten den Ton angibt

Das ist eine Doku für diejenigen, denen die bisherigen Beiträge etwas zu polemisch wirken. Allgemein geht es hierum, wie Westdeutsche noch heute im Osten den Ton angeben und eine eigene Elite hier bilden. Zudem wird auch klar, dass der Osten sich eben noch nicht als gleichberechtigtes Glied im neuen deutschen Staate sieht, weil er sich eben noch gar nicht so sehen kann. Für meinen Geschmack wird im späteren Teil von den Ossis zu sehr das selbe wirtschaftliche Denken gefordert, wie jenes, was man im Westen in den 60ern hatte. Aber es wäre trotzdem Schade diese Dokumentation hier auszulassen.

Der einseitige Gebietstausch

Tatsächlich erst nach der Wende stattgefunden, halte ich den folgenden Umstand mindestens für würdig genug, um darüber mal kurz nachzudenken: 1945 kam es zu einem Gebietstausch zwischen der sowjetischen und der britischen Besatzungszone, genauer gesagt im heutigen Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wurden Gebiete in der Harzregion getauscht. Nach der Wende wurde dieser Gebietstausch nur teilweise rückgängig gemacht. Der Teil, der rückgängig gemacht wurde, vollzog sich 1993 in Amt Neuhaus, einer Gemeinde, die Ende 2024 gerade einmal 4.500 Einwohner zählte. Amt Neuhaus ging wieder in niedersächsischen Besitz über (also nach Westdeutschland). Demgegenüber gab es allerdings keine Teilrückgängigmachung zu Gunsten eines ostdeutschen Landes. Zudem ist Amt Neuhaus zwar keine Metropole, hat aber mit 237 Quadratkilometern eine größere Fläche als Hannover. Zudem konnten die Amt Neuhäuser selbst nicht einmal von Beiträgen aus dem Solidaritätszuschlag profitieren, weil die Leute von nun an ja als Westdeutsche galten, obwohl sie 3 Jahre lang die selbe Destabilisierung erleben mussten, wie ihre ostdeutschen Mitmenschen.

Wikipedia Schweriner Volkszeitung (Internet Archive)